Sonntag, 18. April 2010

Innsbruck gelingt der Coup

Admira war der große Favorit im Aufstiegskampf. Mit einem Sieg im direkten Duell hat Innsbruck den Niederösterreichern diesen Rang abgelaufen.

Der heimliche Favorit
Innsbruck hat eine Riesenchance. Sieben Runde vor Schluss haben die Tiroler satte vier Zähler Vorsprung auf ihren ersten Verfolger. Das bessere Torverhältnis spricht ebenfalls für die Schwarz-Grünen. Die Admira folgt punktegleich mit Altach. Mit wohl nur noch theoretischen Chancen folgen die Austria aus Lustenau und die Wölfe aus Sankt Pölten.

So viel zur Ausgangslage im Saisonfinish. Die Admira war als der klare Favorit in die Spielzeit 2009/10 gestartet und steht nunmehr schwer unter Druck. Der personell eindeutig besser besetzte Kader der Niederösterreicher hat bisher nur selten das gezeigt, was man erwarten konnte und durfte.

1:0 besiegte Wacker Innsbruck die Admira in der vergangenen Runde. Nun ist die Lage für Trainer Schachner äußerst ernst. Spieler wie Dospel, Jezek und Janocko sollten genug Erfahrung haben, um mit solchen Situationen umgehen zu können. Trotzdem ist die junge Tiroler Truppe am Drücker und damit vom heimlichen Favoriten zum überlegenen Tabellen-Führer mutiert.

Die Reifeprüfung
Der Härtetest steht der jungen Truppe um Trainer Walter Kogler noch bevor. Den Kern der Mannschaft bilden einige Ex-Rapidler. Spieler wie Fabiano, Harding, Sara oder Prokopoic sind den meisten Fußballfans ein Begriff.

Jetzt stehen die schwersten Spiele aber noch bevor. Auswärts gegen die Amateure der Austria, zu Hause gegen den SKN, dann gegen die Lustenauer Austria im Ländle. Drei sehr harte Matches.
Es folgen die Duelle gegen Dornbirn, Vienna, Hartberg und zum Abschluss das Spiel in Salzburg gegen die Amateure der Bullen.

Das Programm der Admira mutet etwas leichter an. Ein leichter Vorteil für die Niederösterreicher.

Saisonfinale
Im Saisonfinish wird sich zeigen, ob Innsbruck schon abgebrüht genug ist, um sich den Titel und damit den sensationellen Aufstieg zu sichern. Oder, ob die Routine der Admira reicht, um den Leader noch abzufangen.

In der Bundesliga scheint die Entscheidung um den Titel bereits gefallen zu sein. Auch wenn Salzburg gegen den LASK nur einen Punkt holen konnte und der Abstand zu Rapid damit auf sechs Zähler geschrumpft ist. Die Entscheidung wird das direkte Duell am kommenden Freitag bringen. Rapid bewies zuletzt leicht aufsteigende Form. Ob den Grün-Weißen, zur Zeit, ein Sieg gegen Red Bull in Salzburg zuzutrauen ist, darf bezweifelt werden.

Montag, 5. April 2010

Rapid mit Kopfweh-Fußball

Im Cup ausgeschieden, in der Liga sechs Punkte Rückstand auf Salzburg, international ohnehin längst nicht mehr vertreten. Rapid Wien ist momentan nicht gerade im Hoch. Coach Pacult reagiert griesgrämig wie eh und je.

Die Krise im Gepäck
Da hat Rapid ja gerade nochmal die Kurve gekratzt. Ein mühsam erkämpfter und glücklicher Sieg gegen den Tabellen-Letzten aus Kärnten lässt die Grün-Weißen ein wenig durchatmen. Zufrieden können die Hütteldorfer mit den vergangenen Wochen aber keineswegs sein. Zu schwach waren die Ergebnisse, zu lustlos die Auftritte der Akteure auf dem Feld.

Der aufmerksame Zuseher konnte sich, zuletzt, dem Eindruck nicht erwehren, dass die Chemie im Team nicht mehr stimmt. Das Feuer der Herbstrunde scheint erloschen. Das kann nicht nur daran liegen, dass einige Kicker nicht in Hochform sind. Vom Trainer abwärts scheint das ganze Werkl nicht rund zu laufen. Von einer ausgewachsenen Krise kann man zwar sicherlich noch nicht sprechen, jedoch, ein Narr der, der nicht schnellstens reagiert und nur darauf wartet, dass der Karren noch weiter in den Dreck gefahren wird.

Diverse Baustellen
Über die Gründe für das grün-weiße Tief kann nur spekuliert werden. Es sind wohl einige Faktoren, die hier mit reinspielen. Sind es Helge Payer und Raimund Hedl, die im Kampf um die Nummer eins im Tor ihre Vorderleute verunsichern? Die Abwehr, die immer wieder unsicher agiert und andauernd umgebaut wird? Das Mittelfeld, das weit weniger kampfkräftig erscheint, als noch im Herbst? Oder doch die Stürmerflaute, die sich zwar nicht durch das gesamte Frühjahr zieht, aber immer wieder einen Zwischenstopp beim SCR einlegt. Man denke nur an das letzte Bundesliga-Heimspiel gegen Kärnten, als es nach einem glücklichen Treffer gerade einmal zu einem knappen 1:0-Erfolg reichte.

Pacult wird sich wohl mehr einfallen lassen müssen, als launische Interviews zu geben. Menschliche Stärke und Führungsqualitäten sind gefragt. Ob der Wiener Coach über genug soziale Kompetenz verfügt, seinen Spielern in adäquater Weise auf den Zahn zu fühlen, werden die nächsten Wochen weisen.

Fußball im Free-TV
Über einen Erfolg können sich Österreichs Bundesligisten, und damit auch der SCR, zumindest freuen. Die Bundesliga wird auch in den nächsten Jahren frei empfangbar sein. Relativ frei zumindest. Der ORF behält 36 Live-Spiele, der Rest bleibt bei Sky. Zusätzlich wird es auch Spiele der Ersten Liga auf ORF Sport Plus geben. Ein wichtiger Impuls für die zweithöchste Spielklasse.

Eine Möglichkeit hat die Liga aber noch völlig unausgeschöpft gelassen. Eine Bundesliga-Show mit Spielberichten, Highlights, Analysen und Expertentalk. Ein solches Format könnte die Attraktivität der heimischen Liga enorm heben. Mögliche Sponsoren bekämen eine neue Plattform. Hoffentlich bleibt diese Variante nicht ungenützt.