Sonntag, 28. November 2010

Austria macht einiges richtig

Die Wiener Violetten haben die Ära Frank Stronach gut überstanden. Der Austro-Kanadier treibt jedoch weiter sein Unwesen in der Bundesliga. Gute Intentionen allein sind zu wenig. Das haben die Veilchen rechtzeitig erkannt.

Seit sich die Wiener Austria von Frank Stronach emanzipiert hat, hatten Viele Bedenken, was das Überleben des Traditionsvereins betrifft. Würde man sich an der Spitze der Bundesliga halten können?
- Die Antwort ist ein klares: Ja!

FAK geht österreichischen Weg
Schon wieder hat die Wiener Austria auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Im Winter wird der 21-jährige Neo-Teamverteidiger Fabian Koch an den Verteilerkreis wechseln. Umgarnt von einigen Topklubs hat sich der dynamische Außenspieler für die Violetten entschieden. Das wird er nicht aufs Geratewohl getan haben.
Er folgt damit dem Beispiel anderer junger und österreichischer Kicker, die in den letzten Jahren ihren Weg zur Daxbacher-Truppe gefunden haben. Erst vergangenen Sommer waren dies mit Margreitter, Stankovic und Salomon drei potenzielle Teamspieler.

Unter Trainer Daxbacher und AG-Vorstand Parits scheint also einiges richtig zu laufen. Die Spieler haben eine Perspektive und eine echte Chance sich auf absehbare Zeit in die Kampfmannschaft zu spielen. Vorgezeigt von Akteuren wie Junuzovic, Baumgartlinger, Dragovic, Klein und anderen mehr. Inzwischen sind sie nicht nur bei der Austria nicht mehr wegzudenken, sondern auch im ÖFB-Team echte Fixposten.

Schade nur, dass die Austria diesmal nicht den Sprung in die Gruppenphase der Europa League geschafft hat!

Stronach und die neue Liebe
Und wieder einmal hat Frank Stronach eine überraschende Entscheidung getroffen. Nach der Wiener Austria hat der Austro-Kanadier Wiener Neustadt seine finanzielle Zuwendung zukommen lassen. Da Liebe aber bekanntlich nicht ewig hält, könnte diese Liaison ein baldiges Ende finden. Sturm Graz scheint des Mäzens neuestes Liebkind zu sein. Schon wird gemunkelt, dass bereits im Winter die ersten starken Neustadt-Akteure den Weg in die Steiermark finden könnten.

Bleibt zu hoffen, dass Sturm aus den Fehlern der Austria und von Wiener Neustadt gelernt hat und sie sich nicht in zu große Abhängigkeit vom wankelmütigen Millionär begibt.

Die Veilchen haben die Kurve gekratzt und aus der Not eine Tugend gemacht. Neue Sponsoren wurden an Land gezogen, ein junges und hungriges Team geformt.

Derby-Zeit in der Bundeshauptstadt
Im ewig jungen Derby Austria gegen Rapid haben diesmal die Hütteldorfer das Glück auf ihrer Seite gehabt. Mit dem 1:0-Sieg sind die Grün-Weißen den Violetten auf zwei Zähler, in der Tabelle, nahe gerückt. Das ändert nichts daran, dass die Austria sich auf einem guten Weg befindet. Mit Daxbacher und Partis hat die Kontinuität am Verteilerkreis Einzug gehalten.

Rapid darf sich über den Sieg gegen den Erzrivalen freuen. Ansonsten hinkt man dem großen Konkurrenten aber hinterher. Es hat den Anschein, dass um Junuzovic, Baumgartlinger und Co. eine echte Topmannschaft entstehen könnte. Natürlich nur, wenn es gelingt diese Truppe relativ unverändert zusammenzuhalten.

Montag, 15. November 2010

Einiges los im österreichischen Profifußball

Der LASK hat einen neuen Trainer und Mattersburg fühlt sich vom Schiri betrogen. Salzburg hat immer noch den selben alten Trainer und die Admira kann doch verlieren. Nicht zu vergessen: das ÖFB-Team bestreitet sein letztes Match 2011!

LASK will raus aus dem Keller
Jetzt also doch! Trainer Kraft ist seinen Job los. Mit Georg Zellhofer soll ein alter Bekannter den Linzern den Hals retten. Der Bundesliga-erprobte Routinier hat eine schwierige Aufgabe vor sich.

Die Mattersburger liegen zwar nur zwei Zähler vor dem LASK, aber der Rest der Liga hat sich schon deutlich abgesetzt. Eben jene Mattersburger hätten zuletzt gut und gerne drei Zähler holen können, aber es sollte anders kommen.

Mattersburger Schiriproblem
Was war das für ein Spiel: vier Tore, zwei gelb-rote Karten und jede Menge Szenen mit Grund zur Aufregung.
Die strittigste Szene ereignete sich in der 79. Spielminute. Bürger hatte gerade sein zweites Tor geschossen und jubelte übertrieben. Dafür sah er die zweite gelbe Karte und wurde mit Gelb-Rot vom Platz geschickt.
Eine harte Entscheidung des Schiedsrichters, aber eine regelkonforme. Dieser Platzverweis hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass Rapid in der Nachspielzeit den Punkt in der Fremde retten konnte.

Ohne Frage ist die Regel, dass übertriebenes Jubeln mit gelb bestraft wird, nicht die intelligenteste. Auch kann man von einem guten Schiri Fingerspitzen-Gefühl verlangen, allerdings spielte sich das echte Kabarett nach dem Schlusspfiff ab.
Der ehemalige Bundesliga-Präsident Pucher bedachte den Schiedsrichter mit harten Worten. Eines Mannes seiner Position unwürdig. Ilco Naumoski unterstrich sein Image als böser Junge mit einem völlig irren Interview, Trainer Lederer schlug in die selbe Kerbe wie sein Präsi und dem Ganzen setzte Jubelsünder Bürger die Krone auf. Er behauptete doch steif und fest noch nie von der Regel, nach der er bestraft wurde, gehört zu haben (sollte er vielleicht mal auf Seite 119 des FIFA-Regulativs nachlesen). Also entweder ist er damit einer der dümmsten Fußballer, die derzeit auf heimischem Rasen ihre Runden drehen, oder er hat schlicht und einfach in die Kamera gelogen. So oder so, damit hat er sich einen tollen Abend mit zwei erzielten Treffern selbst zerstört. Vielleicht ja eine Lehre für die Zukunft!


Trainer, Südstädter und Nationalspieler
Unglaublich, Woche für Woche denkt man: „Viel schwachsinnigere Interviews kann ein Trainer nicht geben“, und doch übertreffen sich Stevens und Pacult immer wieder selbst. Es wäre Zeit für einen Verhaltenskodex für Trainer, der auch wirklich eingehalten werden muss. Den Fernsehzusehern und -innen ist es nämlich kaum mehr zuzumuten mit welcher Arroganz und Präpotenz diese beiden Herren zu Werke gehen.
Interessant wäre es auch zu erfahren, was beispielsweise die Red Bull-Marketing-Abteilung über die Aussagen von Hr. Stevens denkt. Immerhin repräsentiert er eine Marke und ein Unternehmen mit Weltformat.

Wie man richtig Interviews gibt, könnte sich der Niederländer von seinem Boss abschauen. Obwohl Didi Mateschitz nur ungern vor dem Mikro auftritt, ließ er es sich nach dem tollen Erfolg des RB Racingteams (Weltmeister-Titel für das Konstrukteur-Team und für den RBR-Piloten Vettel) nicht nehmen, seine Schützlinge zu loben. Und das in der Manier eines echten Gentleman.

Erste Liga: Abseits der höchsten Spielklasse schien die Admira in den letzten Monaten unbesiegbar. Diesen Nimbus haben die Südstädter in den vergangenen Wochen verloren. Damit wird die Erste Liga wieder spannend. Denn vor allem Altach hat Lunte gerochen.

ÖFB: Diesen Mittwoch bittet das ÖFB-Team zum letzten Ländermatch des Jahres. Gegen Griechenland müssen die Constantini-Schützlinge ihren Aufwärtstrend vorsetzen. Nur dann besteht die Chance, dass 2011 Gegner wie Deutschland und die Türkei wirklich gefordert werden können.

Viel los also … und das ist, zumindest zum Teil, auch gut so. Denn der Fußball in Österreich lebt wieder!

Dienstag, 2. November 2010

Rapid fehlt die Kreativität

Das ist zu wenig. Rapid tümpelt seit Wochen im Bundesliga-Mittelmaß dahin. Leider bleiben die Reaktionen der Verantwortlichen aus.

In der unteren Hälfte
Rang sieben nach 13 gespielten Partien, das kann wohl nicht das Ziel des SK Rapid sein. Spielerisch ist der SCR nach dem Abgang von Boskovic schwach, der angeschlagene Hofmann bekam zuletzt endlich die Gelegenheit seine Verletzungen auszukurieren. Viel zu viel orientierte sich im Spielaufbau der Grün-Weißen, in den vergangenen Monaten, am Mittelfeld-Denker.

Hofmann ist ein echter Spielmacher und ein genialer Assistgeber, aber das Spiel der Hütteldorfer ist dadurch zu ausrechenbar und viel zu abhängig von einem einzigen Mann geworden. Der Trainer hat diesen Trend übersehen, die Klubverantwortlichen haben es verabsäumt einen adäquaten Ersatz zu verpflichten.

Im Winter muss ein Spieler her
Keine Frage, in der Winter-Transferzeit muss ein Spieler her, der Hofmann im Mittelfeld entlasten kann. Kavlak, Saurer und Co. haben ansatzweise gezeigt, was sie zu leisten im Stande sind. Bundesliga-Spitze ist das aber sicher noch nicht. Rapid wird auch im nächsten Jahr an der Europa League teilnehmen wollen. Dementsprechend muss im Frühjahr 2011 ein Platz im oberen Tabellen-Drittel her. Dafür brauchen die Grünen mehr Tore, mehr Siege, mehr Punkte. Es liegt sicher nicht allein an den Stürmern, dass Rapid nur 14 Treffer in 13 Spielen erzielt hat. Es ist an der Zeit Taten sprechen zu lassen.


Der Bundesliga-Herbst
Nicht nur der SCR hat Probleme richtig in Fahrt zu kommen. Meister Salzburg hat zwar zuletzt Boden gut gemacht, meisterlich ist das Auftreten der Stevens-Elf aber nach wie vor nicht. Andere Teams haben aber noch größere Probleme.

Der große Absturz
Nach dem tollen Erfolgslauf ist Innsbruck ins Trudeln gekommen. Die Tiroler haben etwas an Schwung verloren und sind von Platz eins auf den vierten abgerutscht.
Am Boden der Realität ist der LASK angelangt. Die Linzer sind Tabellen-Schlusslicht mit einem Torverhältnis von -19. Katastrophal war das Auftreten der Schützlinge von bald-nicht-mehr-LASK-Coach Kraft in den letzten Matches. Jetzt ist das LASK-Präsidium gefragt! Schnell gilt es konsequente Schritte zu setzen, um den Negativlauf zu beenden. Ansonsten könnte sich der Traditionsklub bald in der zweiten Spielklasse wiederfinden.


Medien-Coaching für Ungustln
Was haben Salzburg-Trainer Stevens und Rapid-Coach Pacult gemeinsam? - Sie können beide, vor der Kamera, echte Unsympathler sein! Zum Teil ist es für den Zuseher zwar belustigend, wenn sich die beiden vor der Kamera zum Idioten machen, aber auf Dauer wirkt dieses Verhalten eher ermüdend und nervig. Vielleicht wäre es an der Zeit, dass die Bundesliga auch hier Sanktionen setzt. Vorbilder sind diese Trainer nämlich sicher keine!