Montag, 30. Mai 2011

Kein Platz für Hooligans

Nach dem Platzsturm in Hütteldorf steht Rapid im Umbruch. Auf Neo-Coach und Rapid-Urgestein Peter Schöttel wartet ein schwieriger Job.

Rapids Westkurve ist, in der Vergangenheit, oft genug Garant für gute Stimmung gewesen. In sportlich schwierigen Zeiten werden die Zuschauer auf die Probe gestellt. Der Drang der Fans, sich in die Vereinspolitik einzumischen, ist nachvollziehbar. Die Wahl der Mittel des Protests stellt einen ganzen Klub in ein schlechtes Licht.

Das Problem mit der Kurve
Neo-Coach Schöttel wird, nachdem er die Bilder vom Platzsturm der Rapidfans im Derby gesehen hat, an seine eigenen dunkelsten Stunden in Hütteldorf gedacht haben. Als Sportlicher Leiter von den sogenannten Fans verhöhnt und mit Bier beschüttet, suchte er das Weite. Das liegt erst wenige Jahre zurück. Jetzt ist Peter Schöttel zurück in Hütteldorf. Die Lage im Block West hat sich in seiner Abwesenheit nicht zum Besseren gewendet.

In diversen Medien wurde von Machtkämpfen unter den Fanklubs geschrieben. Von Hooligans, die die Fanklubs unterwandert hätten wurde gesprochen. Von ausländischen Hools, die extra angereist waren, um Radau zu machen wurde berichtet. Es wird wohl nicht nur einen Grund geben, warum mehrere Dutzend vermummter Gestalten - an einem Sonntag im Mai – für einen der größten Skandale im österreichischen Fußball sorgten. Das einige andere wie die Lemminge folgten, ist gruppendynamisch und aufgrund der schlechten Grundstimmung durchaus nachvollziehbar.

Umbruch im Kader und der Fanarbeit
Rapids Chefetage hat inzwischen ein radikales Umdenken in Sachen Fanarbeit angekündigt. Zahlreiche Stadion-Verbote sind ein erster Schritt. Langfristig wird ein nachhaltigerer Weg von Nöten sein! Problemfans werden sich nicht in Luft auflösen.

Auch sportlich muss es bergauf gehen. Schöttel will das Feuer zurück in die Mannschaft bringen. Einige Kaderspieler der letzten Monate haben den SCR bereits den Rücken gekehrt, andere stehen vor dem Absprung. Ein Neubeginn ist unausweichlich.

Schöttel vor harten Monaten
Pehlivan, Kavlak und Kayhan verlassen Rapid in Richtung Türkei. Hedl wechselt auf die Trainerbank. Die Verträge von Konrad und Dober wurden nicht verlängert. Mit Vennegoor of Hesselink, Eder und Soma stehen drei weitere Spieler vor dem Abschied. Schöttel muss also ein völlig neues Team formen.

Noch hält sich die Zahl der Neuzugänge in Grenzen. Burgstaller kommt von Wr. Neustadt, der eine oder andere verliehene Akteur soll zurückgeholt werden. Thonhofer, Palla und Lukse sind im Gespräch. Nach den Geschehnissen der letzten Wochen ist Rapid wohl nicht der attraktivste Klub für neue Spieler. Fraglich ist auch, ob der Publikumszuspruch unter den Problemen abnehmen wird.

Eines ist klar, Rapid muss den vernünftigen Fans glaubhaft vermitteln, dass Hooligans im Stadion keinen Platz haben. Dass es mit der Mannschaft wieder aufwärts geht und dass Gewalt und gute Stimmung keinesfalls Hand in Hand gehen.

Dienstag, 17. Mai 2011

Der Titelkampf als Krimi-Finale

Drei Mannschaften kämpfen in der Bundesliga um den Titel. Zwei Runden vor Schluss ist alles offen. Die Meisterschaft ist spannend wie selten zuvor.

Knapper geht es wohl kaum! Zwei Runden vor dem Ende der Saison 2010/11 steht der SK Sturm Graz an der Tabellen-Spitze. Nur einen Punkt dahinter folgt Red Bull Salzburg. Einen weiteren Zähler Rückstand weist der FK Austria Wien auf. Alle drei Teams sind heiß auf den Meisterteller.

Zwei Runden zu spielen
Das Ligafinish hat es für alle drei Teams in sich. Tabellen-Führer und Titelfavorit Sturm muss zunächst auswärts in Wiener Neustadt ran. Danach spielen die Grazer zu Hause gegen Innsbruck. Zwei schwierige Spiele, aber Sturm war in dieser Saison konstanter als in den letzten Jahren. Die Mannschaft scheint gereift. Die junge Truppe verfügt über die nötigen Führungsspieler, die den Blackies Sicherheit und Ruhe zu verleihen scheinen. Genau das könnte ein wichtiger Trumpf in den kommenden Tagen werden.

Titelverteidiger Salzburg war praktisch aus dem Rennen um die Meisterschaft ausgeschieden. Eine tolle Siegesserie unter Neo-Coach Moniz hat die Bullen zurückgebracht. Salzburg spielt zuerst daheim gegen Ried. Die Innviertler haben immer noch die Möglichkeit sich, über die Liga, für den Europa-Cup zu qualifizieren. Sie werden es den Mozartstädtern also sicherlich nicht leicht machen. Mindestens genau so schwierig wird das letzte Saisonspiel für die RB-Truppe. Auswärts bei der Wiener Austria fällt vielleicht die Entscheidung um den Teller.

Wahrscheinlich das schwierigste Los in den verbleibenden Spielen haben die Veilchen. Bevor es zum großen Showdown in Wien Favoriten gegen RB Salzburg kommt, muss die Austria zum Derby nach Hütteldorf. Rapid ist angeschlagen, das macht die Grün-Weißen aber umso gefährlicher. Nach einer verkorksten Saison bleibt dem SCR nur mehr ein Sieg im Derby, gegen den Erzrivalen, um die Fans etwas zu versöhnen. Die Mannschaft wird brennen. Ein heißer Fight ist vorprogrammiert!

Der Meister ist …
… noch nicht gekürt, aber Sturm hat die besten Karten. Zwei Siege der Foda-Truppe und der Titel ist wieder in Graz. Die Blackies haben es in den eigenen Händen. Coach Franco Foda hat in Graz Großes geleistet. Jahr um Jahr musste Sturm Leistungsträger ziehen lassen, aber es ist immer wieder gelungen eine schlagkräftige Elf zusammenzustellen.

Der Titel wäre die Krönung einer tollen Jugendarbeit. Eigenbau-Spieler sind der Jungbrunnen der Schwarz-Weißen. Die, nach den grandiosen Champions League-Jahren, schwer verschuldeten Grazer haben aus der Not eine Tugend gemacht. Der eigene Nachwuchs steht im Fokus. Routiniers wie Haas oder Szabics sind die Vorbilder an denen sich die Jungen orientieren. Die Mischung stimmt. Das Budget ist saniert.

Die Wiener Austria hat in den letzten Jahren einen ähnlichen Weg eingeschlagen. Und auch Salzburg scheint genug von zusammengekauften Söldner-Truppen zu haben. Für die kommende Saison ist bereits jetzt der Weg der Jugend vorgegeben. Die Grazer sind da schon mehrere Schritte voraus. Sie haben die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannt. Genau deswegen hätte sich Sturm den Titel wohl am ehesten verdient. Ob sie auch dem Druck standhalten wird der 25. Mai zeigen.

Montag, 2. Mai 2011

Was erlauben … Mourinho

Jose Mourinho hat es zu weit getrieben. Der exzentrische Startrainer hat schon oft mit Worten und Taten für Unverständnis gesorgt. Inzwischen scheint sein Wahnsinn aber eine neue Stufe erreicht zu haben.

Er bezeichnet Real Madrids Niederlage gegen den FC Barcelona, im Halbfinal-Hinspiel der Champions League, als eine Verschwörung. Eine Verschwörung an welcher der FC Barcelona, die UEFA, deren Schiedsrichter und diverse Medien teilhaben. Ein Bündnis gegen ihn, den selbsternannten besten Trainer der Welt. Das Schlimme daran, Mourinho scheint an seine eigenen Worte zu glauben. Leidet dieser Mann an Verfolgungs- und Größenwahn?

Die wirre Welt des Jose M.
Natürlich geht es im Fußball nicht immer ganz fair zu. Wenn Menschen Entscheidungen zu treffen haben, wird es auch Fehler geben. Dabei sofort Verschwörungungstheorien aufzustellen, ist aber absurd. Als nächstes wird sich Mourinho dazu hinreißen lassen, dass auch die us-amerikanische Regierung, Alien-Streitkräfte und diverse Geheimlogen gegen ihn im Bunde stehen!

Jose Mourinho hat den Bogen weit überspannt!

Einst brachte es Trainer-Legende Giovanni Trapattoni auf den Punkt als er in seiner berühmten Wutrede beim FC Bayern die Worte: „Was erlauben Strunz“, in die Mikrofone zischte. Der damalige Bayern-Spieler Thomas Strunz hatte die Geduld des Italieners über Gebühr strapaziert. Heute ist es der nervige Portugiese, der die Geduld aller Fußball-Liebhaber mehr als nur auf die Probe stellt. Was erlaubt sich dieser Jose Mourinho? - Das ist die Frage, die sich viele Fußballfans zur Zeit stellen.

UEFA muss durchgreifen
Es wird gemunkelt, dass die UEFA diesmal eine harte Strafe gegen den uneinsichtigen Portugiesen aussprechen wird. Das ist auch gut so. Allerdings wird es nicht genügen Mourinho für ein paar Spiele zu sperren und ihm eine Geldstrafe aufzubrummen.

Mourinho wirkt abgehoben, arrogant und flegelhaft. Eine Strafe zahlt er aus der Portokasse. Vielleicht sollte man ihm die Möglichkeit geben, eine neue Perspektive des Lebens kennen zu lernen. Einige Stunden Arbeit mit sozial benachteiligten Kindern oder ähnliches könnten da Wunder wirken. Schließlich lebt der Startrainer in einer Scheinwelt, in der er alles bekommt. Die Einsicht, dass er damit ein Privileg genießt, welches nur den Wenigsten zuteil wird, würde Mourinho vielleicht zurück auf den Boden der Realität holen.