Sonntag, 21. März 2010

Der Elfer, der einer war

Seliges Österreich, in dem es keine größeren Probleme im Fußball gibt, als eine Elferfrage.
Eine Elfmeter-Frage, die noch Tage nach dem Derby zwischen Rapid und der Austria die Gemüter bewegt.

Medialer Schwachsinn
Hat Jacek Bak Mario Konrad nun gefoult oder nicht? Die Frage wird wohl nie gänzlich beantwortet werden. Aus welchem Winkel man sich die Szene auch ansieht, sogar die Meinungen der Experten sind unterschiedlich.
Unterm Strich bleibt, man kann wohl Elfer pfeifen, denn der Verteidiger ging bei seiner Abwehraktion zum Gegenspieler und nicht nur zum Ball. Kontakt war gegeben. Die Entscheidung war hart, geht aber in Ordnung.
So weit zum Sportlichen.

Es gibt tatsächlich Zeitungen in Österreich, die sich aufgrund solcher Szenen, dazu hinreißen lassen, die Lebensgeschichte eines Schiedsrichter-Assistenten zu durchleuchten. Der gute Mann, der die Entscheidung mittrug, war in seiner Jugend Spieler beim SCR. Die Verschwörungstheorie ist geboren. Kaum zu glauben, was einem gelangweilten Redakteur so einfällt.

Interesse am Ballsport
Ist es wirklich so verwunderlich, dass ein Schiedsrichter oder seine Assistenten am Fußballsport interessiert sind? Liegt es nicht nahe, dass jene Herren selber einmal gespielt haben, oder gar noch immer aktiv sind? Vielleicht sogar einmal bei einem heimischen Großklub?

Diese „Verwicklungen“ als Hintergrund für eine Story zu verwenden ist gelinde gesagt kühn. Damit unterstellt man den Unparteiischen, dass sie nicht in der Lage sind zwischen Privatem und Beruf zu unterscheiden.
Sollte jener Schiedsrichter-Assistent in einem zukünftigen Spiel mal gegen Rapid entscheiden, ist die nächste wahnwitzige Topstory bereits vorprogrammiert. Die Schlagzeile: „Ex-Rapidler rächt sich an Klub“. Die Begründung: Natürlich hat er gegen die Grün-Weißen gepfiffen, denn er hat bei Rapid den Durchbruch nicht geschafft. Dieser Stachel sitzt tief. Die Rache am Ex-Klub ist die logische Folge.
Ähnlicher Unsinn bleibt uns hoffentlich erspart.

Echte Schlagzeilen
Zum Glück gibt es auch echte Nachrichten im Sport und nicht nur zusammengezimmerte Skandal-Berichte.
Schlagzeilen schreibt zur Zeit der beste Fußballer der Welt. Der spielt leider nicht in Österreich, sondern in Spanien und heißt Lionel Messi. Mit fünf Toren in den letzten beiden Spielen schoss sich der junge Argentinier erneut in die Pole Position für die Wahl zum Weltfußballer des Jahres. Seine Leistungen sind, im Gegensatz zu manch anderem, tatsächlich höchst erwähnenswert.

Montag, 8. März 2010

Dänemark als Neustart

Endlich mal wieder ist unsere Fußball-Nationalelf mit einem Sieg ins neue Jahr gestartet. 2:1 gegen WM-Teilnehmer Dänemark. Eine durchaus achtbare Leistung. Unterm Strich aber nur ein erster kleiner Schritt in Richtung Euro 2012.

Die Leistungsträger
Es war kein grandioser Auftritt unseres jungen Teams, aber ein durchaus ansprechender. Einer, auf den man aufbauen kann. Eines hat sich ganz gut gezeigt, das Team braucht Leistungsträger, auf die man sich stützen kann. Spieler, die ihre Mannschaftskollegen mitreißen. Die das Kommando übernehmen, wenn es in einer Phase nicht so läuft.

Schiemer und Kavlak waren im Spiel gegen Dänemark zwei jener Akteure, die Klasse bewiesen haben. Schiemer deswegen, weil er eine Führungsrolle einnahm. Er wirkte äußerst präsent, voll motiviert und pushte seine Nebenleute.
Kavlak spielte den kreativen Part. Seine Pässe taten der dänischen Abwehr weh, seine Dribblings rissen Löcher.
Beide gemeinsam haben, unter Anderem, den Unterschied ausgemacht. Einen Unterschied, der in diesem einen Spiel groß genug war, um zu gewinnen.

Die Einserfrage
Christian Gratzei spielte als Schlussmann gegen die Dänen eine recht gute Rolle. Im nächsten Test gegen Kroatien soll wieder Helge Payer zwischen den Pfosten stehen. Durch Machos Verletzung werden sich wohl Payer und Gratzei die Einser-Position für die EM-Quali ausmatchen.

Ein echte Nummer eins täte wohl vor allem der Abwehr gut. Ein guter Goalie dirigiert seine Defensive von hinten.
Österreich hat in den letzten drei Länderspielen satte neun Treffer kassiert. Ein Wert, der auf jeden Fall verbesserungswürdig ist.

Nicht nur die Tormannfrage wird Teamchef Constantini in den kommenden Wochen Kopfzerbrechen bereiten. Auch die Causa Paul Scharner wirft Fragen auf. Ist er besser in der Abwehr, oder doch als defensiver Mittelfeld-Spieler? Gehört er überhaupt zu den besten elf Kickern, die unser Land stellt, oder ist er überbewertet?

Einiges kommt auf Uns zu
Das nächste Mal wird man Janko, Wallner und Konsorten erst im Mai, im Länderspiel-Einsatz, bewundern können. Am 19.5. spielt Rot-weiß-rot zu Hause gegen Kroatien. Dann gibt es nur mehr einen Freundschaftsspieltermin, bevor am 7. September die EM-Quali beginnt. Auf die Heimspiele gegen Kasachstan und Aserbaidschan folgt die erste schwere Auswärtspartie in Belgien.

2011 geht es richtig zur Sache. Im Februar ein Freundschaftsspiel gegen Holland, im März EM-Quali gegen Belgien und die Türkei. Im Juni dann das Highlight, mit dem Heimspiel gegen Lieblingsgegner Deutschland.

Auf Constantini wartet einiges an Arbeit, um unsere junge Truppe auf diese Herausforderung vorzubereiten.