Wieder eine Nullnummer für unsere Eurofighter. Auch der 2. Spieltag in der Europa League verlief aus österreichischer Sicht nicht nach Wunsch. Leider ist keine Besserung in Sicht.
Bullen sind zu dumm
Die 0:2-Niederlage Salzburgs in Polen hat eines gezeigt: Anspruch und Realität klaffen in der Mozartstadt ziemlich weit auseinander. Seit Jahren träumt man von der Champions League, doch konstante Leistungen erbringt die Söldnertruppe keine. Im vergangenen Jahr ließen Schiemer, Leitgeb und Co. noch, in der Gruppenphase der EL, mit sechs Siegen in ebenso vielen Spielen aufhorchen. Heuer steht man nach zwei Spieltagen mit Null Punkten da.
Eine echte Linie ist bei RBS nicht zu erkennen. Beinahe jedes Mal darf ein anderer Stürmer ran. Franz Schiemer, einer der Besten, muss Lücken füllen wo immer sie sich auftun. Eine echte Verschwendung. Bitter, wenn sich in so einem Kader kein anderer Verteidiger für links außen findet. Klar ist, Trainer Stevens muss sich schnell etwas einfallen lassen, sonst ist nicht nur in der EL Endstation, sondern auch in der Bundesliga der Meisterschaftszug abgefahren.
Rapid nicht abgebrüht genug
Gegen Porto war Rapid chancenlos. Im Duell mit Besiktas sah das schon anders aus. Mit etwas Glück wäre mindestens ein Punkt möglich gewesen. Nur, auf das Glück kann man sich nicht verlassen. Es ist sprichwörtlich wie ein Vogerl. Worauf sich die Fans jedoch verlassen sollen können, ist eine gewisse Abgebrühtheit einer Profi-Fußball-Mannschaft. Leider hat der SCR diese Qualität in den letzten Wochen viel zu oft vermissen lassen.
Trainer Pacult sollte sich langsam mal die Frage stellen, ob er im Moment alles richtig macht. Sitzt Payer wirklich nur deswegen auf der Bank, weil er nicht so gut ist wie Hedl, oder spielen da persönliche Animositäten eine Rolle? Sollte Kapitän Hofmann nicht lieber eine Auszeit bekommen, um seine Wehwehchen auszukurieren? Welche Signale sende ich den anderen Spielern, wenn ich als Trainer mehr oder weniger deutlich sage, dass ein angeschlagener Hofmann besser ist als jeder andere Kicker im Kader? Und, last but not least, ist es für die Stürmer wirklich motivierend, wenn ihre Qualitäten Woche für Woche in Frage gestellt werden?
Immerhin ist das der Kader mit dem Pacult in den nächsten Wochen und Monaten auskommen muss. PP mag ein Fußball-Kenner sein, Weitblick und zwischenmenschliche Kommunikation dürften jedoch nicht zu seinen Stärken gehören.
Nationalteam muss ran
Bei den beiden Europacup-Startern ist momentan kein großer Aufwärtstrend erkennbar. Leider!
Dazu kommt, einige Akteure von Rapid und Salzburg müssen in wenigen Tagen auch im Nationalteam ran. Jantscher, Kavlak, Schiemer und Wallner kommen nicht gerade mit stolzgeschwellter Brust zum Team. Jetzt liegt es auch an Constantini wie er diese Spieler wieder auf Kurs bringt.
Das ist aber sicher nicht die einzige Sorge des Teamchefs. Gegen Aserbaidschan gibt es noch ein Heimspiel gegen einen sogenannten Underdog. Da müssen erstens drei Punkte her (das wird schwierig genug wie man gegen Kasachstan sehen durfte) und zweitens muss sich die Mannschaft noch mehr finden. Nur wenige Tage später muss die ÖFB-Elf gegen Belgien zum Auswärtsspiel. Das dürfte mindestens eine Nummer schwerer werden.
Es bleibt zu hoffen, dass alle unsere internationalen Vertreter in den kommenden Wochen eine klarere Linie erkennen lassen, als zuletzt. Spielerisch wird das ein Muss sein! Dann wird auch der Erfolg nicht all zu lange auf sich warten lassen.
Sonntag, 3. Oktober 2010
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