Montag, 23. August 2010

Oberösterreich im Fußballfieber

Wer hätte gedacht, dass die SV Ried nach fünf Spieltagen von der Spitze der Bundesliga-Tabelle lacht? Vermutlich hätte es sich auch kaum einer träumen lassen, dass der LASK nach eben so vielen Spielen mit Null Punkten am Tabellenende steht. Unsere Europacup-Starter haben ebenfalls Probleme.

Ried spielt groß auf
Es ist einiges ziemlich gut gelaufen, in den letzten Wochen, im Innviertel. Zwölf Punkte aus fünf Spielen, bei einem Torverhältnis von 11:4. Paul Gludovatz hat aus einem limitierten Kader bisher das Optimum herausgekitzelt. Das ungewöhnliche 3-3-3-1-System scheint auf die aktuellen Spieler wie maßgeschneidert. Das war in der Vergangenheit nicht immer so.

Zuletzt war es auch so, dass die Neuzugänge aus Spanien so richtig eingeschlagen haben. Guillem trug drei Treffer, Carril einen zum 5:0-Auswärtserfolg über Wiener Neustadt bei.
Zu glauben, dass dieser Lauf auch in den nächsten Wochen so weiter gehen wird, wäre aber vermessen.

Die Athletiker ganz tief in der Krise
Der große Rieder Konkurrent aus Oberösterreich steckt bis zum Hals in Problemen. Null Punkte aus fünf Partien. Drei geschossene Tore stehen 13 Gegentreffern gegenüber. Nur Dank dem SV Mattersburg haben die Linzer nicht die Rote Laterne inne. Ein um einen Treffer besseres Torverhältnis hält die Schwarz-Weißen auf dem neunten Rang. Das kann aber nur ein ganz kleiner Trost sein. Zu schlecht waren die Leistungen des LASK bisher. Vorne kaum Torgefahr, hinten eine Abwehr, die oft genug weit offen - wie eine Scheunentür im Hochsommer - steht.

Trainer Kraft wird sich ganz schnell etwas überlegen müssen. Wenn sein Team weiter so agiert, dann ist er wohl der heißeste Kandidat auf den ersten Trainerwechsel der Saison. So richtig viele Ideen scheint er aber nicht zu haben.
Und, die Gegner werden nicht leichter. In der kommenden Runde trifft der LASK auf Rapid!

Topteams mit Schwierigkeiten
Nicht nur der LASK und Mattersburg kämpfen mit Problemen. Auch die Topklubs der Liga zeigen sich noch nicht so richtig in Topform. Gut, Rapid hat wieder auf die Siegerstraße zurückgefunden. Das Thema Jelavic hat sich glücklicherweise erledigt. Der kroatische Unruhestifter hat den Verein verlassen. Auf eine Art und Weise, die ihm einen besonderen Platz im Herzen jedes Grün-Weißen Fans gesichert hat.
Rapid kann sich möglicherweise schon bald wieder auf die Bundesliga konzentrieren. Ähnlich wie auch die anderen österreichischen Europacup-Fighter haben die Hütteldorfer eine nicht besonders erfreuliche internationale Woche hinter sich.

Während der SCR in der Bundesliga-Tabelle Boden gut gemacht hat, bleiben Salzburg, Sturm und die Wiener Austria bisher hinter den Erwartungen zurück. Zwar hat die Tabelle, auch aufgrund von Spielverschiebungen, noch keine große Aussagekraft, trotzdem drängt sich ein Gedanke auf: „Warum sind unsere Europacup-Starter jetzt, wo es darauf ankommt, nicht in Hochform?“
Wenn sie nicht einmal in Österreich ihre Gegner im Griff haben, wie soll das dann gegen gute internationale Klubs klappen? Oder ist die SV Ried ein echter Maßstab?

Die Gruppenphase muss es werden
Nach jetzigem Stand könnte man davon ausgehen, dass Salzburg als einziges Team in die Gruppenphase der Europa League einziehen wird. Und das mit einer Niederlage gegen Hapoel Tel Aviv.
Ganz gute Chancen hat die Wiener Austria trotz der unnötigen Niederlage in Griechenland. Rapid und Sturm bräuchten wohl schon ein Wunder um weiter zu kommen.

Fakt ist, dass es einer Niederlage gleich käme, wenn weniger als zwei Teams in die Gruppenphase der EL einziehen würden. Letztes Jahr waren es noch vier.
Ried hat laut Trainer Gludovatz keine internationalen Träume. Vielleicht sieht das ja am Ende der Saison ganz anders aus.

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